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Wenn Menschen sich ohnmächtig fühlen, versagt jede Strategie - mit Pater Anselm Grün
Hoffnung ist keine Strategie – aber ohne Hoffnung scheitert jede Führung
In der Jahresabschlussfolge von „Hoffnung ist keine Strategie“ sprechen Christian Underwood und Prof. Dr. Jürgen Weigand mit Pater Anselm Grün, Mönch der Benediktinerabtei Münsterschwarzach, Bestsellerautor und langjährig verantwortlich für die wirtschaftlichen Belange des Klosters. Das Gespräch geht weit über klassische Managementlogik hinaus – und trifft dennoch tief ins Herz strategischer Führung.
Hoffnung ist kein Wunschdenken
Hoffnung, so macht Anselm Grün deutlich, ist keine naive Erwartung, dass schon alles gut werden wird. Hoffnung heißt nicht, die Augen vor der Realität zu verschließen. Sie bedeutet vielmehr, die Wirklichkeit klar zu sehen – und dennoch handlungsfähig zu bleiben. Gerade in Zeiten, in denen viele Menschen Ohnmacht erleben, wird Hoffnung zu einer aktiven Kraft. Sie verhindert Resignation und Aggression und eröffnet Spielräume für Gestaltung. Diese Perspektive ist hochrelevant für Führungskräfte. Denn strategisches Handeln setzt voraus, dass Menschen sich nicht ausgeliefert fühlen, sondern erleben: Ich kann etwas tun. Auch wenn große Krisen nicht sofort lösbar sind, bleibt immer ein Raum für Verantwortung, Einfluss und Wirkung.
Führung beginnt beim Menschen, nicht bei Zahlen
Aus seiner jahrzehntelangen Erfahrung als wirtschaftlich Verantwortlicher des Klosters berichtet Anselm Grün, dass gute Führung nicht bei Kennzahlen beginnt, sondern bei den Menschen. Sein zentrales Ziel war nie die bloße Optimierung von Ergebnissen, sondern Bedingungen zu schaffen, in denen Menschen gerne arbeiten, ihre Fähigkeiten entfalten und gemeinsam etwas bewirken können. Geld und wirtschaftlicher Erfolg sind für ihn Mittel zum Zweck – sie sollen dem Leben dienen. Strategie, die nur mit Druck, Angst oder reiner Effizienzlogik arbeitet, bleibt fantasielos. Erst Kreativität, Vertrauen und ein langer Atem ermöglichen nachhaltige Entwicklung.
Strategie braucht Spiritualität – nicht als Moral, sondern als Sinn
Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs ist die Verbindung von Spiritualität und Strategie. Spiritualität versteht Anselm Grün dabei nicht als frommes Beiwerk, sondern als Kraftquelle, die hilft, gut zu leben und gut zu führen. Führung heißt für ihn, Leben zu wecken – nicht Menschen in Zielsysteme zu pressen. Kritisch äußert er sich über Leitbilder und Purpose-Formeln, die moralisierend wirken und eher schlechtes Gewissen als Energie erzeugen. Statt großer Worte plädiert er für Bilder, die Menschen innerlich aufrichten. Gute Führung hinterlässt Menschen, die aufrechter gehen als zuvor.
Demut, Verbundenheit und Kultur
Demut beschreibt Anselm Grün als den Mut, sich den eigenen Schatten anzusehen und mit beiden Füßen auf dem Boden zu bleiben. Sie stellt Führungskräfte nicht über andere, sondern verbindet sie mit ihnen. Aus dieser Verbundenheit entsteht Vertrauen und Kreativität. Entscheidend ist dabei nicht nur, was eine Organisation sagt, sondern wie sie miteinander lebt. Unternehmenskultur prägt nicht nur den wirtschaftlichen Erfolg, sondern wirkt auch gesellschaftlich. Firmen tragen Verantwortung dafür, ob sie Spaltung verstärken oder Energie und Hoffnung in die Gesellschaft tragen.
Rituale als strategische Selbstführung
Zum Abschluss teilt Anselm Grün sehr konkrete Impulse für den Alltag von Führungskräften. Rituale – etwa ein bewusster, dankbarer Rückblick am Abend oder ein innerer Segensgedanke vor dem Arbeitstag – helfen, Abstand zu gewinnen, nicht im Grübeln zu verharren und den Tag bewusst zu beginnen oder abzuschließen. Sie schaffen Klarheit und verhindern, dass Arbeit und Leben permanent im „Durchzug“ stehen.
Für wen diese Folge besonders wertvoll ist
Diese Episode richtet sich an Unternehmer:innen, Führungskräfte und Strateg:innen, die spüren, dass reine Rationalität nicht mehr ausreicht. Sie zeigt, dass Hoffnung kein Gegenpol zu Strategie ist, sondern ihre emotionale und menschliche Grundlage. Wer langfristig führen will, braucht nicht nur Pläne – sondern eine Haltung, die Menschen stärkt und handlungsfähig hält. Eine Folge über Hoffnung, Verantwortung und die leise, aber wirksame Kraft einer Führung, die Leben weckt.
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