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Episode 13730.7.2026

Vom Sohn zum Chef: Was mir bei meiner eigenen Nachfolge keiner gesagt hat

Prinzip Hoffnung reicht nicht: Ein Rezept für eine gelingende Unternehmensnachfolge

In vielen Familienunternehmen wird die Nachfolge behandelt wie ein Naturereignis: Man wartet ab und hofft, dass es sich schon irgendwie fügt. Albert Geiger, Kopf des Alphazirkels – dem wohl wichtigsten und vertraulichsten Netzwerk für Familienunternehmer im deutschsprachigen Raum – kennt diese Haltung aus eigener Erfahrung. Im Podcast erklärt er, warum Nachfolge kein Zufall sein darf, sondern echte strategische Arbeit erfordert.

Nachfolge: Mehr als eine Übergabe

Für viele Familienunternehmer beginnt und endet Nachfolge mit der Unterschrift unter einem Übergabevertrag. Albert Geiger widerspricht: Echte Nachfolge bedeutet, frühzeitig Klarheit zu schaffen – über Verantwortung, Entscheidungsspielräume und Zeithorizont. Er hat das selbst erlebt, als er in die Nachfolge im familieneigenen Automobilzulieferer kam: Sein Vater rief an, weil Banken und Kunden Druck machten – ohne dass vorher ausreichend miteinander gesprochen worden war. „Die Illusion, die viele haben, ist, dass diese Nachfolge irgendwie einfach funktioniert“, sagt Albert Geiger. „Man kommt so nach dem Prinzip Hoffnung und übergibt dann irgendwann, und dann funktioniert es schon.“

Strategie als Vorbereitung, nicht Zufall

Eine der zentralen Lehren von Albert Geiger: Wer eine Nachfolge erfolgreich gestalten will, braucht ein klares Bild davon, wo das Unternehmen heute steht und wo es eigentlich stehen müsste. Nur wer diese Lücke kennt, kann eine ernsthafte Diskussion mit der übergebenden Generation führen – und sich gezielt auf die Übernahme vorbereiten, statt sich von der Situation überrollen zu lassen. „Es ist sehr wichtig, dass man einen Plan hat, wie das wirklich erfolgt, dass man vorbereitet ist auf diese Nachfolge und weiß, wo das Unternehmen heute steht und wo es eigentlich stehen müsste“, so Albert Geiger.

Offenheit als Schlüssel

Für Albert Geiger brauchen Familienunternehmer heute vor allem zwei Formen von Offenheit: Offenheit gegenüber neuen Ideen und Technologien von außen – und Offenheit gegenüber externem Kapital, wenn die eigene Substanz für die notwendige Transformation nicht reicht. „Wie offen ist meine Bilanz?“, fragt Albert Geiger. „Ob das die Börse ist, ob das ein PE ist, ob das strategisch ist – vollkommen egal. Ich muss es nur früh genug an den Tisch bringen können.“ Wer diese Offenheit zu spät entwickelt, landet schnell in einer Verkaufssituation, die er eigentlich vermeiden wollte.

Der Mensch im Mittelpunkt: Loslassen lernen

Eine weitere Kernbotschaft betrifft nicht die Nachfolger, sondern die Senior-Generation. Viele Unternehmerinnen und Unternehmer wissen insgeheim, dass sie loslassen müssten – wissen aber nicht, wer sie ohne ihr Unternehmen noch sind. „Was relativ gut funktioniert, ist, sich unternehmerische Beschäftigung außerhalb des Unternehmens zu suchen“, rät Albert Geiger, zum Beispiel ein Ehrenamt oder in einem Verein. Und auch danach kann die ältere Generation weiter Mehrwert stiften – als strategischer Sparringspartner, ohne ins operative Geschäft hineinzuregieren.

KI und Strategie: Ungenutztes Potenzial

Auch die Rolle von Künstlicher Intelligenz kommt zur Sprache – und Albert Geiger zeigt sich dabei durchaus kritisch. Bei einer aktuellen Diskussion mit rund 100 Gästen zu KI in der internen Logistik hoben auf die Frage, wer KI bereits konkret in der Wertschöpfungskette einsetzt, gerade einmal vier Personen die Hand. Für Albert  Geiger ein Alarmsignal: Wer hier zögert, verliert gegenüber schnelleren, günstigeren Wettbewerbern den Anschluss. „Wenn ich sehe, dass andere es anwenden, dann haben die den Vorteil – die sind schneller oder billiger“, so Albert Geiger. Sein Rat: Mitarbeitende früh mitnehmen und die Botschaft nicht als reinen Sparzwang verkaufen, sondern als Weg zu mehr Innovationskraft und neuen Perspektiven.

Einladung zum Handeln

Für Familienunternehmer, Nachfolgerinnen und Nachfolger sowie alle, die sich mit Generationenwechsel und strategischer Unternehmensführung beschäftigen, liefert diese Episode ehrliche Praxiserfahrung statt grauer Theorie. Albert Geigers Ansatz verbindet persönliche Erfahrung, strukturierte Vorbereitung und den Mut zur Offenheit – ein Ansatz, der gerade in einem Umfeld wachsender Unsicherheit unverzichtbar ist.

Lass dich inspirieren und entdecke, wie du Nachfolge, Strategie und Offenheit in deinem eigenen Unternehmen zusammenbringst.

🚀 Jetzt die Podcast-Episode anhören und deine eigene Nachfolgestrategie entwickeln!

SHOWNOTES

Albert Geiger https://www.linkedin.com/in/albert-geiger/ 

Christian Underwood https://www.linkedin.com/in/christianunderwood/  

Strategic Decision Intelligence: https://strategicdecisionintelligence.ai

Magazin “Hoffnung ist keine Strategie” https://shop.strategyframe.ai/products/hoffnung-ist-keine-strategie-ii-1-strategic-decision-intelligence 

Alle Links https://linktr.ee/strategyframe