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Episode 1458.10.2026

Wie KI die Restrukturierungsbranche verändert

Bewährte Rezepte für alle, die ihr Unternehmen rechtzeitig aus der Krise führen wollen

In einer Zeit, in der es vielen deutschen Industrieunternehmen nicht gut geht, reicht es nicht, einfach abzuwarten und zu hoffen, dass sich die Lage von selbst bessert. Restrukturierung ist eine eigene Disziplin mit eigenen Regeln – schneller, härter und schonungsloser als klassische Strategiearbeit. Martin Hagedorn, Partner bei Tradizio und Spezialist für Restrukturierung, Post-Merger-Integration und Carve-outs in B2B-Industrien, zeigt in unserem Podcast, worauf es wirklich ankommt, wenn der Druck steigt.

Restrukturierung: wenn Zeit und Geld fehlen

Im Normalbetrieb kann man sich strategischen Fragen mit Ruhe und Systematik nähern, mit Kunden und Lieferanten sprechen, Investitionen mit Finanzierern besprechen. Genau das fällt in der Restrukturierung weg. „Dort habe ich in der Regel weder viel Zeit noch viel Geld, sonst wäre ich ja nicht in der Restrukturierung", erklärt Martin Hagedorn. Banken wollen wissen, ob sie ihren Kredit zurückbekommen, Lieferanten, ob ihre Rechnung bezahlt wird – für langfristige strategische Debatten bleibt da kein Raum.

Die Frühwarnsignale, die zu oft ignoriert werden

Lange bevor ein Unternehmen tatsächlich in die Sanierung rutscht, lassen sich Warnzeichen erkennen. Steigende Kundenfluktuation bei gleichbleibendem Umsatz, sinkende Margen durch mehr Neukunden, mehr Angebote für denselben Auftrag – all das sind laut Martin Hagedorn Indikatoren, die sich intern in den Zahlen ablesen lassen. Sein Rat: die eigene Wettbewerbsposition einmal im Jahr in Ruhe und im Detail betrachten. Wer das konsequent tut, muss selten in eine echte Liquiditätskrise geraten.

Der 110-Prozent-Ansatz: Zahlen, die beim ersten Mal stimmen müssen

Eine der zentralen Regeln aus Martin Hagedorns Praxis: Die Analyse zu Beginn einer Restrukturierung muss sitzen, weil sie mit Gesellschaftern, Geschäftsführern, Banken und Lieferanten geteilt wird. „Man kann nicht sagen, ich habe mich verrechnet, ich komme heute mit anderen Zahlen als gestern", so Martin Hagedorn. Auf dieser Basis werden dann pragmatische Sofortmaßnahmen abgeleitet, nach dem 80-20-Prinzip – und zwar nicht erst, wenn die komplette Analyse fertig ist, sondern parallel zur Umsetzung.

Zuhören vor Zahlen: warum die ersten Interviews entscheiden

Bevor die Zahlenarbeit beginnt, führt Martin Hagedorn zunächst Interviews – und hört einfach zu, auch wenn nach der ersten Antwort 20 bis 30 Sekunden Stille entstehen. Häufig kommen dann Informationen ans Licht, die vorher niemand offen ausgesprochen hat, weil sich alte Enttäuschungen und Konflikte im Unternehmen aufgestaut haben. Externe Berater haben hier einen klaren Vorteil: Sie tragen die Verletzungen der Vergangenheit nicht mit sich und können glaubwürdig sagen, dass ab jetzt nur noch nach vorne geschaut wird.

KI als Werkzeug, nicht als Ersatz für Erfahrung

Auch in der Restrukturierung verändert Künstliche Intelligenz die Arbeit spürbar. Einfache Rechercheaufgaben werden heute kaum noch separat bezahlt, weil sie sich per Prompt erledigen lassen. Auch bei Finanzmodellen hilft KI zunehmend, allerdings nur, weil erfahrene Berater die Ergebnisse noch selbst prüfen können. Bei komplexeren Konzepttexten mit klarer Struktur und Storyline stößt KI laut Martin Hagedorn dagegen noch an Grenzen. Sein Team sieht sich dabei im Vorteil gegenüber klassischen, pyramidal aufgebauten Beratungen: Ihr eigentlicher Mehrwert liegt in Geschwindigkeit, Fokus, Konfliktmanagement und enger menschlicher Kommunikation – Fähigkeiten, die sich nicht so einfach automatisieren lassen.

Einladung zum Handeln

Für Geschäftsführer:innen und Gesellschafter:innen im Mittelstand, die spüren, dass sich ihre Situation verschärft, liefert diese Folge konkrete Denkanstöße – von den ersten Warnsignalen bis zur Frage, wie aus einer Sanierung wieder eine echte Wachstumsgeschichte wird.

Lass dich inspirieren und entdecke, wie du dein Unternehmen rechtzeitig auf die richtige Spur zurückbringst, statt erst zu handeln, wenn es zu spät ist.

🚀 Jetzt die Podcast-Episode anhören und erfahren, woran du erkennst, dass es Zeit ist, die Reißleine zu ziehen!

SHOWNOTES

Martin Hagedorn https://www.linkedin.com/in/martin-hagedorn/ 

Christian Underwood https://www.linkedin.com/in/christianunderwood/  

Strategic Decision Intelligence: https://strategicdecisionintelligence.ai

Magazin “Hoffnung ist keine Strategie” https://shop.strategyframe.ai/products/hoffnung-ist-keine-strategie-ii-1-strategic-decision-intelligence 

Alle Links https://linktr.ee/strategyframe