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Episode 12019.2.2026

Führung am Limit: Wenn Transformation zur Dauerbelastung wird

Transformation ohne Enddatum: Warum strategische Klarheit wichtiger ist als perfekte Pläne

Transformation ist längst kein Ausnahmezustand mehr. Sie ist Normalität. In der aktuellen Folge von „Hoffnung ist keine Strategie“ sprechen Christian Underwood und Prof. Dr. Jürgen Weigand darüber, warum viele Organisationen genau daran ermüden – und weshalb das eigentliche Problem nicht zu viel Veränderung ist, sondern fehlende strategische Klarheit.

Wenn Veränderung zur Dauerschleife wird

Digitale Transformation, struktureller Wandel, neue Geschäftsmodelle, neue Führungskräfte – kaum ist ein Veränderungsprozess angestoßen, beginnt der nächste. Für viele Mitarbeitende entsteht das Gefühl, nie anzukommen. Transformation wird nicht mehr als gezielte Bewegung wahrgenommen, sondern als endlose Abfolge von Initiativen. Die Folge: Lethargie, Widerstand und innere Kündigung. Prof. Dr. Jürgen Weigand ordnet dieses Phänomen ein: Stabilität, auf die sich Unternehmen lange verlassen konnten, existiert so nicht mehr. Märkte, Technologien und geopolitische Rahmenbedingungen verändern sich zu schnell. Was gestern Sicherheit gebracht hat, kann morgen schon zum Risiko werden. Transformation ist deshalb kein Projekt – sie ist ein Zustand.

Strategie ist Richtung, nicht Planung

Ein zentraler Punkt der Episode ist die klare Trennung zwischen Strategie und Planung. Planung beschreibt konkrete Schritte und Maßnahmen. Strategie hingegen beantwortet eine andere, fundamentalere Frage: Wo wollen wir hin? Viele Organisationen verlieren sich im Planen, ohne sich über die strategische Richtung im Klaren zu sein. Doch ohne Richtung wird jede Anpassung zum Aktionismus. Prof. Dr. Jürgen Weigand nutzt ein einfaches Bild: Ob Flugzeug, Schiff oder Auto – der Weg kann sich ändern, das Ziel nicht. Genau das ist die Aufgabe von Strategie.

Handeln unter Ungewissheit

Ein weiteres Kernthema ist der Umgang mit Risiko in Zeiten echter Ungewissheit. Klassische Risikologik basiert auf Wahrscheinlichkeiten und Vergangenheitsdaten. Doch Transformation lässt sich nicht statistisch absichern. Jede größere Veränderung ist ein Unikat. Statt auf vermeintliche Sicherheit zu setzen, plädieren Christian Underwood und Prof. Dr. Jürgen Weigand für Szenarienarbeit: mögliche Zukünfte denken, extreme Entwicklungen zulassen und vom möglichen Ende her zurückdenken. Nicht um die Zukunft vorherzusagen – sondern um handlungsfähig zu bleiben.

Loslassen, ohne das Bestehende zu zerstören

Transformation scheitert oft nicht am Neuen, sondern am Alten. Sicherheit entsteht durch Routinen, Strukturen und gewohnte Entscheidungsprinzipien. Wer Neues schaffen will, muss bereit sein, genau diese Sicherheiten infrage zu stellen. Das erzeugt Angst – individuell wie organisatorisch. Gleichzeitig warnen die beiden vor radikalen Brüchen ohne wirtschaftliches Fundament. In der Praxis bedeutet das häufig eine duale Transformation: Bestehendes effizient stabilisieren, während parallel neue Wege entwickelt werden. Zwei Logiken, zwei Geschwindigkeiten, ein Unternehmen – ein enormer Führungsanspruch.

Klarheit als strategische Währung

Besonders deutlich wird die Rolle von Klarheit. Viele Unternehmen wissen nicht, womit sie wirklich Geld verdienen, welche Kunden profitabel sind oder welche Produkte strategisch relevant bleiben. Entscheidungen werden aus dem Bauch heraus getroffen, politische Interessen überlagern die Sachlogik. Ohne Klarheit wird Transformation zum Blindflug. Erst wenn Transparenz über Profitabilität, Relevanz und Fokus herrscht, können Entscheidungen getroffen werden, die tragen – auch wenn sie unbequem sind. Trotz aller Dynamik machen Christian Underwood und Prof. Dr. Jürgen Weigand eines klar: Menschen brauchen Orientierung, Zwischenziele und Phasen der Stabilisierung. Permanente Bewegung ohne Ankommen raubt Energie. Strategie muss deshalb nicht nur Richtung geben, sondern auch Inseln der Sicherheit schaffen – einen Heimathafen, der Sinn stiftet.

Für wen diese Folge besonders relevant ist

Diese Episode richtet sich an Unternehmer, Vorstände und Führungskräfte, die Transformation nicht länger als Modewort behandeln wollen und an alle Entscheider, die spüren, dass Hoffnung, Aktionismus und Durchhalten keine Strategie ersetzen. 🎧 Jetzt reinhören und verstehen, warum strategische Klarheit der entscheidende Hebel in Zeiten permanenter Transformation ist.

SHOWNOTES

Christian Underwood https://www.linkedin.com/in/christianunderwood/

Prof. Dr. Jürgen Weigand https://www.linkedin.com/in/j%C3%BCrgen-weigand/ 

StrategySummit 2026 https://www.strategyframe.ai/strategysummit2026

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